EPHESOS

EPHESOS (1307)

Release: März/April 2018

EPHESOS - CD

(1307)

Kauf auf Rechnung

15,95 €

  • 1 - 3 Tage Lieferzeit

EPHESOS

Radoslaw Pallarz

für Sopran, Klarinette, Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass

Dauer: 50:17 Min.

 

Aleksandra Lustig - Sopran

Sebastian Manz - Klarinette

Emily Körner - Violine

Simone Riniker Maier - Violine

Jakob Lustig - Viola

Blanca Coines Escriche - Violoncello

Claus Kühner - Kontrabass

 

Tonaufnahmen: 30. Oktober 2011

Track 1, 3, 5, 7, 9, 10, 11

Konzertmittschnitt

Kirche St. Maria, Stuttgart

Martin Pallarz - Tonmeister

 

Ephesiaki: Track 2, 4, 6, 8, 12

Tonaufnahmen: Dezember 2017

Kirche St. Josef, Stuttgart

 

Patrick Rottensteiner - Fotografie

Bernhard Kotzur - Fotografie

Release: März 2018

Vetrieb - oomoxx media

© 2018 NAVIS Musik

 

Radoslaw Pallarz
Radoslaw Pallarz
Sebastian Manz
Sebastian Manz

Hörbeispiele:

EPHESOS

01 EIS NISI (Streichquintett)
02 Ephesiaká I (Klarinette)

03 UNUM CORPUS (Streichquintett)
04 Ephesiaká II (Klarinette)
05 DICENTES MAGNA ARTEMIS  (Streichquintett)

06 Ephesiaká III (Klarinette)

07 ARTEMIN HYMNEI MUSA (Streichquintett)
08 Ephesiaká IV (Klarinette)
09 LOQUENTES VOBISMET IPSI (Streichquintett)
10 AN MÄ ÉLOMEN (Sopran)
11 DOMINUS MEUS (Streichquintett)

12 Ephesiaká V (Klarinette)

 

© Patrick Rottensteiner
© Patrick Rottensteiner

EPHESOS - eine der größten und bedeutendsten Städte Kleinasiens in der Antike liegt heute als Ausgrabungsruine an der Westküste der Türkei. Berühmt wurde der Ort durch den prächtigen Artemistempel, der als größter Tempelbau der damaligen Zeit lange unübertroffen blieb und zu den sieben Weltwundern zählte. Hier wurde seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. Artemis verehrt, als Göttin der Jagd, des Waldes und Hüterin der Frauen und Kinder. Der Lobgesang aus den sogenannten "Homerischen Hymnen" verdeutlicht ihre große mythologische Bedeutung. 

  

Als Apostel Paulus auf seiner Ephesos-Reise eine christliche Gemeinde gründete und den griechisch-römischen Götterkult anprangerte, kam es laut "Apostelgeschichte" zu einem Aufruhr. Die Silberschmiede unter Führung des Demetrius fürchteten um den Ruf des Artemistempels und ihr lukratives Geschäft mit den Weihegaben. Während seiner römischen Gefangenschaft mahnte Paulus später die Gemeinde im "Brief an die Epheser" zur Besinnung auf den christlichen Monotheismus. 

 

Der Konflikt der damaligen Gesellschaft zwischen einem lebensfrohen, ausschweifenden Lebensstil einerseits und einem religiös entsagenden andererseits spiegelt sich auch in einem spätantiken Graffito wider, das in den Ruinen der Thermen von Ephesos entdeckt wurde. Die urchristliche Gemeinde stieß hier aber insgesamt auf Toleranz und konnte sich von einzelnen Zentren ausgehend schließlich in ganz Kleinasien ausbreiten. 

 

© Patrick Rottensteiner
© Patrick Rottensteiner

Hier soll gegen Ende des 1. Jh. auch der Evangelist Johannes in Ephesos gelebt und sein Evangelium verfasst haben. Die Forderung des “ungläubigen Thomas” nach einem “greifbaren” Beweis für Jesu Auferstehung steht am Anfang dieser Komposition, in der die Auseinandersetzung mit dem Thema "Glaube und Zweifel" im Vordergrund steht. Es folgen Texte, die kontroverse Glaubenansätze umfassen und dabei in unterschiedlicher Form einen Bezug zur einstigen Metropole Ephesos herstellen. Vielleicht gelingt in der musikalischen Vertonung dieser Quellen eine Annäherung an die Menschen in ihrem historischen Kontext. Möglicherweise lassen sich sogar Parallelen zu den heutigen Konflikten um Religion und Religiosität in unserer Gesellschaft ziehen.

 

1. Eis nisi (Johannesevangelium 20)

eis nisi in manibus eius 

figuram clavorum

et mittam digitum meum 

in locum clavorum 

et mittam manum meam in latus eius 

non credam

 

2. Ephesiaká I (Klarinette solo)


3. Unum corpus (Paulusbrief an die Epheser 4)

unum corpus et unus spiritus 

sicut vocati estis

in una spe vocationis vestrae

unus Dominus una fides unum baptisma

unus Deus et Pater omnium

qui super omnes 

et per omnia et in omnibus nobis


4. Ephesiaká II (Klarinette solo)

5. Dicentes magna Artemis Ephesiorum (Apostelgeschichte)

dicentes magna Artemis Ephesiorum

videtis et auditis

qui non solum Ephesi 

sed paene totius Asiae Paulus

hic suadens avertit 

multam turbam dicens

quoniam non sunt dii 

qui manibus fiunt

 

non solum autem haec periclitabitur nobis 

pars in redargutionem

venire sed et magnae deae Artemis templum

in nihilum reputabitur

sed et destrui incipiet maiestas eius

quam tota Asia 

et orbis colit

dicentes magna Artemis Ephesiorum

 

6. Ephesiaká III (Klarinette solo)

 
7. Artemin hymnei Musa (Homerische Hymne an Artemis)

Artemin hymnei Musa 

kasignätän hekatoio,

parthenon iocheairan,

homotrofon Apollonos,

hä th' hippuhs arsasa 

bathüschoinoio Melätos

rhimfa dia Smürnäs 

panchrüseon harma diokei

es Klaron ampeloessan 

hoth' argürotoxos Apollon

hästai mimnazon 

hekatäbolon iocheairan.

 

Kai su men huto chaire 

theai th' ama pasai aoidä.

autar ego se prota kai 

ek sethen archon' aeidein,

seu d' eg' arxamenos metabäsomai 

allon es hümnon.

 

8. Ephesiaká IV (Klarinette solo)

 
9. Loquentes vobismet ipsis (Paulusbrief an die Epheser 5)

loquentes vobismet ipsis

in psalmis et hymnis et canticis

spiritalibus 

cantantes et psallentes

in cordibus vestris Domino

gratias agentes semper pro omnibus

in nomine Domini nostri Iesu Christi

Deo et Patri

 

10. An mä élomen (Graffito von Ephesos Nr. 456)

an mä élomen ton bíon ton drapétän

pínontes 

ä tryph´ontes ä leluménoi

odynän heautoís proxenúmen pántote

anaxíus 

hor´ontes eutychestérus

 

11. Dominus meus  (Johannesevangelium 20)

eis nisi in manibus eius 

figuram clavorum

et mittam digitum meum

in locum clavorum 

et mittam manum meam in latus eius 

non credam

Dominus meus et Deus meus

 
12. Ephesiaká V (Klarinette solo)

1. Wenn ich nicht... (Johannesevangelium 20)

Wenn ich nicht die Male der Nägel

an seinen Händen sehe

und wenn ich meinen Finger nicht

in die Male der Nägel

und meine Hand nicht in seine Seite lege, 

glaube ich nicht.

 

2. Ephesiaká I (Klarinette solo)

 
3. Ein Leib (Paulusbrief an die Epheser 4)

Ein Leib und ein Geist, 

wie euch durch eure Berufung

auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist;

ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,

ein Gott und Vater aller,

der über allem 

und durch alles und in allem ist

 

4. Ephesiaká II (Klarinette solo)


5. Groß ist die Artemis von Ephesos! (Apostelgeschichte)

Groß ist die Artemis von Ephesos!

Nun seht und hört ihr,

dass dieser Paulus nicht nur in Ephesos, 

sondern fast in der ganzen Provinz Asien

viele Leute verführt und aufgehetzt hat

mit seiner Behauptung, 

die mit Händen gemachten Götter

seien keine Götter.

 

So kommt nicht nur unser Geschäft in Verruf,

sondern auch dem Heiligtum

der großen Göttin Artemis droht Gefahr, 

nichts mehr zu gelten,

ja sie selbst,  die von der ganzen Provinz Asien 

und von der ganzen Welt verehrt wird,

wird ihre Hoheit verlieren.

Groß ist die Artemis von Ephesos!

 

6. Ephesiaká III (Klarinette solo)

 

7. Von Artemis singe, o Muse (Homerische Hymne an Artemis)

Von Artemis singe, o Muse,

der Schwester des von ferne Treffenden,

der Pfeile verschießenden Jungfrau,

die gemeinsam mit Apollon aufwuchs,

die ihre Pferde im dicht mit Binsen

bestandenen Meles zusammenspannt,

und ihren goldenen Wagen

behend durch Smyrna lenkt,

nach Klaron, reich an Weinstöcken,

zu Apollon mit dem silbernen Bogen,

der dort sitzt und wartet auf die 

weithin schießende Göttin, die die Pfeile liebt.

 

Und so grüße ich dich

und alle Göttinnen mit meinem Lied.

Von dir singe ich zuerst

und mit dir will ich beginnen,

nun da ich mit dir begonnen habe,

kann ich auch andere Lieder singen.

 

8. Ephesiaká IV (Klarinette solo)


9. Lasst in eurer Mitte  (Paulusbrief an die Epheser 5)

Lasst in eurer Mitte 

Psalmen, Hymnen und Lieder erklingen,

wie der Geist sie eingibt.

Singt und jubelt

aus vollem Herzen zum Lob des Herrn!

Sagt Gott, dem Vater, jederzeit Dank

für alles im Namen Jesu Christi,

unseres Herrn! 

 

10. Wenn wir (Graffito von Ephesos Nr. 456)

Wenn wir das flüchtige Leben nicht ergreifen, 

indem wir trinken

oder schwelgen oder Bäder nehmen

bereiten wir uns immerzu selber Schmerz,

wenn wir sehen,

dass unwürdige Menschen glücklicher sind  (als wir).

 

11. Mein Herr  (Johannesevangelium 20)

Wenn ich nicht die Male der Nägel

an seinen Händen sehe

und wenn ich meinen Finger nicht

in die Male der Nägel

und meine Hand nicht in seine Seite lege,

glaube ich nicht.

Mein Herr und mein Gott?  

 

12. Ephesiaká V (Klarinette solo)


Sebastian Manz
Sebastian Manz
© Patrick Rottensteiner
© Patrick Rottensteiner